Was ist passiert?
Dallmeier hat seine Domera-Kamerareihe um die neue 6900er Serie erweitert. Die neuen Modelle bieten eine Auflösung von bis zu 12 Megapixel und eine verbesserte Lichtempfindlichkeit, um die Bildqualität gegenüber bisherigen Domera-Modellen weiter zu steigern. Die höhere Auflösung soll zudem dabei helfen, die gestiegenen Anforderungen an die Pixeldichte gemäß der Norm IEC 62676-4:2025 zu erfüllen. Zur neuen Serie gehören zwei Modelle: die RDF6900DN als Remote Positioning Dome (RPoD) sowie die SDF6900DN als Fisheye-Kamera mit 360°-Panoramasicht.
Die Details
Beide neuen Kameramodelle basieren auf der bewährten Domera-Plattform und vereinen die höhere Auflösung mit bekannten Vorteilen wie flexiblen Montagemöglichkeiten, KI-basierter Videoanalyse direkt auf der Kamera und langfristiger Software-Wartung.
RDF6900DN: Fernsteuerbare Ausrichtung
Die RDF6900DN nutzt die RPoD-Technologie (Remote Positioning Dome). Die motorische Drei-Achsen-Verstellung erlaubt es, die Kamera nach der Montage komfortabel über das Netzwerk auszurichten. Auch Zoom, Fokus und Blende des motorgetriebenen Varifokal-Objektivs lassen sich aus der Ferne einstellen. Das reduziert laut Hersteller den Aufwand bei Inbetriebnahme und Service und erleichtert spätere Anpassungen, wenn sich Anforderungen oder zu erfassende Bereiche verändern.
SDF6900DN: 360-Grad-Übersicht per Fisheye
Die SDF6900DN richtet sich an Anwendungen, in denen ein möglichst großer Bereich mit nur einer Kamera überblickt werden soll. Ihr speziell auf den Bildsensor abgestimmtes stereografisches Fisheye-Objektiv erfasst ein horizontales Sichtfeld von 360° und reduziert Verzerrungen in den Randbereichen. Eine motorische Feinausrichtung des Bildsensors über das Netzwerk erleichtert die präzise Anpassung an die jeweilige Szene.
KI-Videoanalyse direkt auf der Kamera
Beide Modelle verfügen über Deep-AI-Objektklassifizierung und unterstützen EdgeAnalytics-AI-Apps direkt auf der Kamera. Personen und Fahrzeuge können damit zuverlässig klassifiziert und für unterschiedliche Anwendungen ausgewertet werden. Dazu gehören etwa das Erkennen von Linienüberschreitungen, das Eindringen in definierte Bereiche sowie das Zählen von Personen und Fahrzeugen. Die dabei erzeugten Ereignisse und Daten stehen anschließend für die gezielte Auswertung mit der Dallmeier-Client-Software zur Verfügung.
Montage und Software-Wartung
Auch bei der 6900er Serie setzt Dallmeier auf das variable Domera-Montagesystem. Unterschiedliche Einbau-, Aufputz- und Wandmontagevarianten lassen sich mit aufeinander abgestimmten Komponenten realisieren, was für Errichter Planung, Lagerhaltung und Montage vereinfachen soll. Wie alle Dallmeier-Single-Sensor-Kameras umfasst auch die neue 6900er Serie fünf Jahre Software-Wartung, die optional auf insgesamt zehn Jahre verlängert werden kann.
Einordnung
Die Einführung der Domera 6900er Serie fällt in eine Zeit, in der die Anforderungen an Videoüberwachungssysteme durch aktualisierte Normen wie die IEC 62676-4:2025 steigen. Höhere Pixeldichte-Anforderungen bedeuten für Betreiber von Sicherheitsanlagen, dass ältere Kamerasysteme möglicherweise nicht mehr ausreichen, um normkonforme Aufnahmen zu liefern. Mit 12 MP Auflösung positioniert Dallmeier die neue Serie als Antwort auf diese gestiegenen technischen Vorgaben.
Gleichzeitig zeigt die Integration von KI-Videoanalyse direkt auf der Kamera einen branchenweiten Trend: Analysefunktionen wandern zunehmend von zentralen Servern an den Rand des Netzwerks (Edge), was Latenzzeiten reduzieren und die Serverlast in größeren Installationen verringern kann.
Praxis-Tipps
- Betreiber von Sicherheitsanlagen sollten prüfen, ob bestehende Kamerasysteme die Anforderungen der IEC 62676-4:2025 an die Pixeldichte noch erfüllen.
- Bei Objekten mit großflächigen Überwachungsbereichen kann die Fisheye-Variante SDF6900DN mit 360°-Sichtfeld den Bedarf an mehreren Einzelkameras reduzieren.
- Die ferngesteuerte Ausrichtung der RDF6900DN erleichtert Anpassungen nach der Erstmontage, etwa wenn sich Sichtfeld-Anforderungen im Betrieb ändern.
- Errichter profitieren vom einheitlichen Domera-Montagesystem, das die Lagerhaltung unterschiedlicher Montagevarianten vereinfacht.
- Die optionale Verlängerung der Software-Wartung auf zehn Jahre kann bei der langfristigen Investitionsplanung berücksichtigt werden.
Ausblick
Mit der Domera 6900er Serie erweitert Dallmeier sein Portfolio um Modelle, die auf steigende normative Anforderungen sowie den wachsenden Bedarf an KI-gestützter Videoanalyse reagieren. Für Betreiber von Sicherheitstechnik-Infrastrukturen dürfte die Kompatibilität mit der IEC 62676-4:2025 in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen, da Normen zunehmend höhere Auflösungen für belastbare Beweissicherung und Personenerkennung verlangen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Serie in der Praxis bei Errichtern und Betreibern etabliert und ob weitere Modelle mit ähnlicher Ausstattung folgen.